Heft 1, 2000    

 

Bewegungs-Delphi.
Protest und Bewegung im 21. Jahrhundert
 
Abstracts (deutsch)

Anlässlich des 2000er-Jahreswechsels legt die Forschungsgruppe Neue Soziale Bewegungen mit ihrem ersten Heft im 21. Jahrhundert die Ergebnisse einer Expertenbefragung (nach der Delphi-Methode) vor, in der Prognosen über die zukünftige Entwicklung von politischem Protest und sozialen Bewegungen erfragt wurden. In einer ersten Umfrage‚welle' gaben 27 Expertinnen und Experten Ihre subjektive Einschätzung zu den zukünftigen Entwicklungen an. Unter diesen Befragten sind WissenschaftlerInnen zu finden, JournalistInnen, PolitikerInnen und Aktive aus unterschiedlichen Bewegungszusammenhängen In einer zweiten Umfrage‚welle' konnten 15 ExpertInnen dafür gewonnen werden, ihre Prognose in kurzen Beiträgen thesenhaft zu formulieren. Das vorliegende Themenheft stellt die Resultate der ersten Welle zusammenfassend dar und präsentiert die in der zweiten Welle erarbeiteten Prognosen zur Zukunft sozialer Bewegungen. Die Beiträge dieses Heftes im Einzelnen: Der Essay von Andreas Buro beschäftigt sich mit dem „Jahrhundert der sozialen Bewegungen - Entstehungsgründe, Motivationen, Grenzen und Wirkungen". Michael Hasse stellt unter dem Titel „Protest und Bewegung im 21. Jahrhundert" die Ergebnisse unserer Delphi-Befragung zur Zukunft sozialer Bewegungen dar. Ruud Koopmans untersucht „Globalisierung, Individualisierung, politische Entflechtung. Randbedingungen einer unübersichtlichen Bewegungszukunft", Dieter Rink schreibt zu „Soziale Bewegungen im 21. Jahrhundert", Ansgar Klein konstatiert „Soziale Bewegungen bleiben ein bedeutender politischer Faktor". Klaus Eder sieht „Die Zukunft sozialer Bewegungen zwischen Identitätspolitik und politischem Unternehmertum", Ingo Bode analysiert „Die Bewegung des Dritten Sektors und ihre Grenzen". Susann Burchardt stellt ihre Überlegungen zur Zukunft von Protest und sozialer Bewegung in modernen westlichen Demokratien unter den Titel „Mehr Protest - weniger Bewegung?", Mechtild Jansen präsentiert Thesen zur Zukunft sozialer Bewegungen unter dem Stichwort „Die Wiederbelebung des Modernitätsvorsprungs". Klaus Farin wagt „Prognosen aus der Zukunft?" in Form einer e-mail aus dem kommenden Jahrhundert, Gero von Randow liest politischen Protest als „Lebenszeichen der Bürger", Thomas Mayer fragt „Wird alles soziale Bewegung? - Das Ende des dualen Gesellschaftsaufbaus" und Gottfried Oy untersucht die „Alternative Öffentlichkeit im 21. Jahrhundert" als Subjekte der Kommunikation zwischen Management und Widerstand. Marianne Beisheim stellt die Gretchenfrage der Zukunft sozialer Bewegungen: „Wie hältst du's mit der Globalisierung?", Ingo Take sieht „Transnationale Allianzen als Antwort auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts", Harald Gesterkamp beschreibt zukünftige Akteure als „Professionell auf der Weltbühne, verankert in der Region.- NGOs der Zukunft arbeiten global und lokal" und Heike Walk/Achim Brunnengräber berichten „Von Mobilisierungsschwächen und kosmopolitischen Größen" der neuen sozialen Bewegungen und NGOs. Komplettiert wird die Ausgabe durch eine kommentierte Literaturauswahl zu Zivilgesellschaft, Bürgerbeteiligung und Protestbewegungen im 20. Jahrhundert.