Parteienmodernisierung
- der gepflegte Reformstau
Abstracts (deutsch)
Thomas
Olk: Die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements als
gesellschaftspolitische Herausforderung. Ausblick auf den
Abschlussbericht der Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen
Engagements", FJ NSB 3/01, S. 9-22.
Gut ein halbes
Jahr vor der Veröffentlichung des Abschlussberichts der
Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen
Engagements" des Deutschen Bundestags skizziert der
Wissenschaftler Thomas Olk Leitlinien für den Bericht. Klar müsse
den Verfassern des Berichts sein, dass sich die Förderung bürgerschaftlichen
Engagements zwischen den Polen ressortübergreifender Maßnahmen
und Programme und gesellschaftlicher Teilbereiche gleichermaßen
bewegt. Die Unterstützung ist eine Querschnittsaufgabe, so der
Olk, "die tendenziell in allen Politikbereichen bzw.
Ressorts verankert werden muss." Bürgerschaftliches
Engagement dürfe durch zu viele rechtliche Regelungen implizit
nicht mit entgeltlicher Beschäftigung gleichgesetzt werden.
Neben vielen bedenkenswerten Hinweisen sieht Olk, selbst
Sachverständiger in der Kommission, im Ausbau von
Mittlerstrukturen für bürgerschaftliches Engagement und der Förderung
demokratischer Kompetenzen des Bürgers zentrale Aspekte der
Engagementförderung, die im Abschlussbericht ausgeführt werden
müssen.
Thomas
Leif, Kritischer Journalismus kann die Demokratie beatmen, FJ
NSB, 3/01, S. 23-29.
Eine kritische
Analyse zwischen den Wechselwirkungen gesellschaftlicher
Entwicklungen (Spaßgesellschaft etc.) mit dem Verlust
journalistisch verantwortlicher Maßstäbe konstatiert der
Journalist Thomas Leif in seinem Beitrag. Dabei beklagt der
Autor vor allem den Verfall journalistischer Arbeit. Oberflächlichkeit,
viele Bilder, kurze Geschichten, wenig Recherche. So lassen sich
einige Hauptargumente von Leif zusammenfassen. Insbesondere die
politische Berichterstattung leidet unter den von Leif
skizzierten Phänomenen. Abhilfe vermag in den Augen des Autors
die Rückbesinnung auf das Eigentliche des Journalismus leisten:
die Recherche. Recherche nicht (nur) als Aufdecken von Skandalen
verstanden. Recherche als Voraussetzung seriöser
Berichterstattung. Recherche in diesem Sinne verbessert, so
Leif, "die Urteilsfähigkeit und Auswahlqualität von
Interviews, Fakten, Eindrücken, Bildern und Tönen. Das Produkt
wird einfach besser. Recherche ist also das (unentdeckte)
Instrument zur Qualitätssicherung."
Matthias
Machnig, Organisation ist Politik - Politik ist Organisation.
Moderne Parteistrukturen als Voraussetzung für strategische
Mehrheitsfähigkeit, FJ NSB 3/2001, S. 30-39
Die
Rahmenbedingungen für Parteien haben sich verändert. Parteien
müssen in der heutigen Zeit bestimmte Merkmale erfüllen und
ausfüllen, wenn sie modern und mehrheitsfähig bleiben wollen.
Der Bundesgeschäftsführer der SPD hat für die Modernisierung
seiner Partei einige Kriterien ausgemacht: Offenheit für
externe gesellschaftliche Gruppierungen; die Qualifikation der
Mitglieder und Mitarbeiter; der Ausbau moderner
Kommunikationsmittel für die Arbeit nach innen wie nach außen
(Online-Partei); die Partei als Dienstleistungspartei. D.H.
Produkte für Mitglieder, Wähler, Medien oder Verbände zu
entwickeln. Zugleich muss eine Partei Zukunftsfragen erkennen,
aufgreifen und programmatisch verarbeiten (Programmpartei). All
dies bedarf der Vernetzung mit der Gesellschaft und einer
zukunftsträchtigen Parteiorganisation. Parteien können, so
Machnig, "nur dann modern und damit erfolgreich sein, wenn
sie über eine moderne und professionelle Organisation verfügen."
Sofie
Geisel, Stefan Schaible, Markus Thielbeer: Die SPD und ihre
Reformbemühungen - fünf Thesen zum Thema Modernisierung, FJ
NSB 3/2001, S. 40-45
Aus
Unternehmensberatersicht beschreiben die Autoren, die aus dem
Haus Roland Berger kommen, den Zustand der SPD als Gefangene
ihrer drei Rollen: Regierungs-, Mitglieder- und Volkspartei.
Denn mit diesen drei Funktionen verbinden sich Aufgaben, die
konträr zueinander stehen. Als Volkspartei will die SPD
unterschiedlichste Interessen- und Wählergruppen integrieren,
als Mitgliederpartei will sie Partikularinteressen bedienen
sowie bestimmten Milieus eine politische Heimat geben und als
Regierungspartei unterliegt sie Sachzwängen. Damit die Partei
auf Dauer handlungsfähig bleiben kann, fordern die Autoren die
Entwicklung hin zu einer ‚Netzwerkpartei mit Definitionsmacht
und Dienstleistungscharakter'. Als Regierungspartei sollte die
SPD zu einer Netzwerkpartei werden, in welcher Netzwerke mit
Wirtschaft, Kultur, Verwaltung bisherige Parteistrukturen ablösen.
Als Volkspartei sollte sie ihre Definitionsmacht nutzen, um die
Modernisierungsdebatte voranzutreiben und als Mitgliederpartei müsste
sie ihre Scharnierfunktion mit Dienstleistungscharakter stärken,
d.h. zum einen als Multiplikator und Brückenkopf zu
potenziellen Wählergruppen die Volkspartei auftreten und zum
anderen politisches Personal für die Regierungspartei
rekrutieren. Abschließend konkretisieren die Autoren, was es
bedeutet, die ‚alte Tante SPD' zu modernisieren und für die
Zukunft fit zu machen. Die Organisationsebenen der Partei müssten
den politischen Organisationsebenen angepasst, Veränderung in
der Vergütungsstruktur sowie Zeitverträge und eine inhaltliche
Positionsgestaltung der Partei durch Externe eingeführt werden.
Achim
Hurrelmann, Zwischen Regierungsverantwortung und Bewegungserbe -
Parteireform bei Bündnis 90/Die Grünen, FJ NSB 3/2001, S.
46-51
Zu einem
kritischen Befund über Bündnis 90/Die Grünen kommt der
Politologe Achim Hurrelmann. Programmatisch wie auch strukturell
sei die Partei in schwierigem Gewässer. Dabei sieht er vor
allem die Gefahr in einer zu dominanten internen Diskussion über
Fragen einer Strukturreform. Fataler jedoch als deren Scheitern,
so der Autor, "und das Fortbestehen von Strukturen aus der
Zeit der Bewegungspartei könnte auf längere Sicht die Tatsache
sein, dass der Dauerstreit über die Strukturreform die
Entwicklung eines umfassenden grünen Parteiprogramms verhindert
hat." Daneben müsse die Partei z.B. auch die Fragen der
internen Aus- und Fortbildung der Mitglieder oder den Kontakt zu
gesellschaftlichen Unterstützergruppen pflegen und ausbauen.
Nur im Zusammenspiel dieser verschiedenen Aspekte vermag die
Partei sich auch zukünftig im bundesdeutschen Parteiensystem zu
etablieren.
Rudi
Hoogvliet/Michael Wedell, ‚Von der Anti-Parteien-Partei zur
Alternative im Parteiensystem': Bündnis 90/Die Grünen, S.
52-58
Ohne die
eigentlichen Herkünfte - Bewegungspartei West- und
Ostdeutschlands - zu vergessen, müssen Bündnis 90/Die Grünen
sich stärker als bisher verschiedenen gesellschaftlichen
Gruppierungen gegenüber öffnen. Dies ist eine der zentralen
Aussagen des Wahlkampfmanagers Rudi Hoogvliet und
Vorstandsreferenten Michael Wedell in ihrem Beitrag. Die
Parteiangebote müssen vor Ort so bereit stehen und kommuniziert
werden, dass Parteisympathisanten Ansprechpartner werden und
auch am Parteigeschehen partizipieren können. Dies setzt
entsprechende Ausbildung des aktiven Parteipersonals und moderne
Kommunikationsstrukturen wie -mittel voraus. Nur so kann sich
die Partei mitten im politischen Leben der Gesellschaft
verankern; kann sie, wie Hoogvliet und Wedell betonen, "den
Finger am Puls der Gesellschaft haben, um die drängenden Fragen
und Probleme erfassen und auf sie eingehen."
Dieter
Rulff, Abschied vom Gründungsmythos - ‚New Green', FJ NSB
3/2001, S. 59-63
Um die
Attraktivität auf dem Wählermarkt für Bündnis 90/Die Grünen
weiterhin zu gewährleisten, empfiehlt der Journalist Dieter
Rulff der Partei die Erweiterung ihrer - in der Außenwahrnehmung
- bestehenden Kompetenzen in Fragen der Ökologie. Eine
zukunftsträchtige Politik bedarf thematischer Ausweitung auch
und vor allem auf Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Sozialverträgliche
Modernisierungsprozesse und die angemessenen soziale Verteilung
zu erzielender Effiziengewinne bedingen die Entwicklung eines
Begriffs sozialer Gerechtigkeit, so Rulff, "der die
Entfaltung des Einzelnen zum Ausgangspunkt nimmt und dabei die
Zukunftsdimension mit einbezieht". Eine Programmatik in
diesem Kontext würde der Partei - auch als Regierungspartei -
wieder intellektuelle Attraktivität verleihen.
Modernisierung
als Chance der Opposition, FJ NSB 3/2001, S. 64-69
Dass es um die
CDU derzeit nicht gut bestellt ist, zu dem Befund kommt der
Parteienforscher Karl-Rudolf Korte. In der zugestandenen
Oppositionsrolle sieht er freilich eine Chance der
Modernisierung. Zumal diese mit einem immer wieder zu
beobachtbaren Verfall kraftvoller und eigenständiger
Parteiarbeit der Regierungspartei(en) einhergehen könnte.
Derzeit befinde sich die Partei, so Korte, bei jeglichen Fragen
in der "Wettbewerbsfalle zwischen Fraktion und Parteiführung".
Eine Chance der Modernisierung und Neu-Positionierung sieht
Korte im ‚compassionate conservatism', dem ‚Konservatismus
der Menschlichkeit', wie ihn George W. Bush in seinem Wahlkampf
erfolgreich postulierte. Dahinter verbirgt sich auch und vor
allem eine neue soziale Frage als Konfliktlinie, wie sie in den
siebziger Jahren erfolgreich von der damaligen CDU aufgegriffen
wurde. Die inhaltliche (Neu-) Verortung bedarf jedoch eines
Personals und entsprechender Darstellungspolitik, wie es sich
nach einigen Jahren des Übergangs auch in den siebziger Jahren
mit Kurt Biedenkopf, Heiner Geißler und Helmut Kohl
herausbildete.
Rückzug
ist Fortschritt - Wege aus der Parteienkrise, FJ NSB 3/2001, S.
70-74
Für Jürgen Rüttgers,
den stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden, ist die
Parteienkrise Chance zur Erneuerung. Ziel der Union ist, zur
"modernsten Volkspartei" zu werden. Die CDU habe sich
in den Jahren an der Macht programmatisch nicht entwickelt -
jetzt sei sie auf der Suche nach Alternativen. Bei der
Erneuerung sollte die CDU aber nicht den Part einer
konservativen Partei übernehmen, sondern müsse die
"Mitte" wiedergewinnen. Rüttgers plädiert für mehr
Bürgergesellschaft.
Tobias
Dürr, Parteireform als Ritual - Die CDU zum Beispiel, FJ NSB
3/2001, S. 75-81
Einen beinahe düsteren
Befund über die Reformfähigkeit der CDU zeichnet der
Journalist Tobis Dürr in seinem Beitrag. Konnte die Partei sich
nach Wahlniederlagen in den siebziger Jahren personell und
organisatorisch wieder erfolgreich im Kampf um die Wählerstimmen
positionieren und etablieren, so wird dies für sie in der
Gegenwart zusehends schwieriger. Der damalige Slogan ‚Freiheit
statt sozialistisch' vermochte auch inhaltlich zu polarisieren
und zu mobilisieren. Ein solch einigendes Fundament sieht Dürr
für christdemokratische Parteien in Europa insgesamt schwinden.
Dies "macht die christdemokratische Krise aus. Die Flucht
in die organisatorische Modernität wird sie nicht beheben. Eher
im Gegenteil."
Stefan
Immerfall: Eine Hegemonialpartei in ihrer Bürgergesellschaft -
Neue Wege der Parteiarbeit bei der CSU, FJ NSB 3/2001, S. 82-90
"Der Druck
auf die CSU, neue Wege zu gehen, ist geringer als bei anderen
Parteien. Eine tiefe Kluft zwischen Parteienbasis und
Parteimanagement ist nicht zu erkennen", so das Fazit von
Stefan Immerfall über den Reformbedarf der Christlich-Sozialen
Union. Dieser Aussage voran stellt er eine Analyse der
historischen Hintergründe für den Erfolg der CSU als die
Bayernpartei und ihre daraus hervorgegangenen strukturellen
Vorteile. Nichtsdestotrotz macht Immerfall aber auch bei der CSU
einen behutsamen Modernisierungskurs aus - wie die
Umstrukturierung der Parteizentrale, erhöhte Mitgliedsbeiträge,
gezielte Einbindung und Förderung von jungen
Nachwuchspolitikern und insbesondere -politikerinnen, eine
‚Schnuppermitgliedschaft' und vor allem die Programmatik zu
mehr Bürgerbeteiligung in einer "Aktiven Bürgergesellschaft",
so auch der Titel des entsprechenden Positionspapiers des
Fraktionsvorsitzenden Alois Glück, welches Immerfall auf seine
Stichhaltigkeit hin untersucht. Folgerichtig fragt Immerfall im
Anschluss, ob "die CSU in der Bürgergesellschaft (nun)
mehr als (nur) ein Werbegag" ist? Jedenfalls würden die
Christlich Sozialen heutzutage offener diskutieren - der Zwang
zum geschlossenen Meinungsbild, die berühmte
‚Kampfgemeinschaft' von früher, hätte sich gelockert.
Hans
Jürgen Beerfeltz: Für eine radikale Öffnung der Parteiarbeit
- Die FDP auf Reformkurs, FJ NSB 3/2001, S. 91-95
Hans Jürgen
Beerfeltz, der Bundesgeschäftsführer der Freien Demokraten, führt
mangelnde Bürgermitwirkung in der Politik auf mangelnde
Reformbereitschaft von Parteien zurück. Parteien würden zwar
ihre politischen Inhalte und Darstellungsformen modernisieren,
jedoch keinen Deut an den traditionellen Strukturen der Partei rütteln.
Beerfeltz plädiert für eine grundsätzliche Reform der
Parteiarbeit, die insbesondere vor dem Hintergrund der
Entwicklung von der Industrie- zur Informationsgesellschaft
notwendig werde - so passe z.B. lebenslange Parteimitgliedschaft
nicht mehr in die ‚gewünschte Bindungslosigkeit' der
Gesellschaft. Parteien in Zeiten des Informationszeitalters müssten
entgegengesetzten gesellschaftlichen Leitprinzipien folgen als während
der Industriegesellschaft: Dezentralität statt Zentralität,
kleine Einheiten statt Massenorganisation, Partizipation statt
Hierarchie. Um die FDP für das Informationszeitalter zu rüsten
und bürgernahe Parteiarbeit zu ermöglichen, haben die
Liberalen bereits den Bundeshauptausschuss als
Entscheidungsgremium abgeschafft, die Bundesgeschäftsstelle zur
Kampagnenzentrale umgebaut, eine kurzzeitige
Kampagnenmitgliedschaft ermöglicht, das Internet als
parteiinternes und externes Kommunikationsmedium ausgebaut und
einen virtuellen Landesverband für besonders mobile Mitglieder
eingerichtet. Außerdem wurde, um der Basis mehr Einflussmöglichkeiten
zu eröffnen, der Mitgliederentscheid in Sachfragen in der
Satzung verankert.
Gero
Neugebauer, Die PDS im Reformschwung? FJ NSB 3/2001, S. 96-98
Halb zieht es
sie, halb sinkt sie hin. Mit diesem so genannten
‚Loreley-Syndrom' lässt sich für den Politologen Gero
Neugebauer die Situation der PDS angemessen umschreiben. Die
Partei sei zwar weiterhin im Osten Deutschlands fest verankert.
Augenscheinlich hat sie sich in elf Jahren deutsche Einheit auch
konsolidiert. Doch hat sie weder Aktionsfähigkeit, noch hat sie
eine breite gesellschaftliche Verankerung in ganz Deutschland. Zählbaren
Erfolg verspricht sich die Partei, so der PDS-Kenner Neugebauer,
durch den Gang in die Lücke, die die SPD mit ihrem Gang in die
Mitte der Gesellschaft hinterlassen hat. Dies schließt die Übernahme
sozialdemokratischer Themen mit ein. Dahinter verbirgt sich
zugleich der Weg in eine Funktionspartei, die nur "eine
Option hat: die Kooperation mit der SPD. Loreley lässt grüßen".
Dietmar
Bartsch: Immer in Bewegung bleiben - Die Reformen der PDS, FJ
NSB 3/2001, S. 99-104
Der Bundesgeschäftsführer
der PDS, Dietmar Bartsch, analysiert anhand von
Mitgliederbefragung Schwachstellen seiner Partei sowie Reformansätze
für eine Stabilisierung der PDS. Eine der größten
Schwierigkeiten verortet er in den Asymmetrien und Widersprüchen
der Partei: Eine beachtliche Asymmetrie ist im Ost-West-Verhältnis
bezogen auf Mitglieder und Wähler zu finden, eine weitere in
der Altersstruktur der Partei (50% der Mitglieder sind über 66
Jahre). Einen weiteren Widerspruchskomplex verortet Bartsch im
strategischen Grundanspruch der Partei, die gleichermaßen
gesellschaftskritische Opposition und verantwortungsvolle
Regierungspartei sein will. Für eine Reform seiner Partei nennt
Bartsch fünf Ansätze: Erstens eine Modernisierung der
Organisationsstruktur, die attraktiver für jüngere Mitglieder
werden soll. Zweitens muss die Kommunikation insbesondere
zwischen den östlichen und westlichen Landesverbänden
verbessert werden. Drittens soll die große Bereitschaft der
Mitglieder, an Bildungsveranstaltungen teil zu nehmen, genutzt
werden. Und viertens sollte die PDS ihren Einfluss durch mehr Präsenz
ihrer Mitglieder im öffentlichen Leben ausdehnen und damit
verbunden intensiver um neue Mitglieder werben.
Brigitte
Fehrle, Regieren als Überlebensfrage: Die PDS. FJ NSB 3/2001,
S. 105-110
Ähnlich wie Gero
Neugebauer sieht auch die Journalistin Brigitte Fehrle eine
strategische Abhängigkeit der PDS von der SPD. Diese Abhängigkeit
muss sich zunehmend auch in inhaltlichen Fragen widerspiegeln.
Ein Teil der Parteiführung versucht die Koalitionsfähigkeit -
und damit auch Politikfähigkeit für Gesamtdeutschland -, wie
Fehrle aufzeigt, bei den anstehenden Berliner
Abgeordnetenhaus-Wahlen unter Beweis zu stellen. Für die innere
Einheit hat sie jedoch, so der Befund, nichts getan. "Was
sie hätte tun können - nämlich ihre eigene Geschichte
konsequent auch im Sinne eines Bruchs aufzuarbeiten - hat sie
versäumt. Einzig und allein um der Machtperspektive
willen."
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