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Heft 4, 2002 |
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PressemitteilungEtablierte Herausforderer? Die Fluten gehen zurück - die öffentliche Diskussion zur Klimakatastrophe auch. Obwohl die Gefahren des fahrlässigen Umgangs mit der Umwelt überdeutlich sind, scheint die Umweltbewegung im Tiefschlaf zu liegen. Wie sieht es aus mit den Umweltorganisationen und der Umweltbewegung? Haben sich die einstigen Außenseiter mittlerweile Etabliert? Ist die persönliche Karriere von Joschka Fischer von einer Symbolfigur der Subkultur über den "Turnschuhminister" zum etablierten Außenminister wirklich ein Abbild der Entwicklung der Umweltszene? Und was würde eine solche Entwicklung bedeuten? Im neuen Themenheft des Forschungsjournals Neue Soziale Bewegungen "Etablierte Herausforderer? Akteure und Diskurse der Umweltpolitik" werden die Akteure und ihre Einflussmöglichkeiten auf die öffentlichen Diskurse kritisch analysiert. Dabei gehen die Autor/innen des Heftes, anerkannte Sozialwissenschafterlinnen und Sozialwissenschaftler im Bereich der Umweltpolitik und der Umweltbewegung, über pauschale Betrachtungen hinaus und schätzen die neuesten Forschungsbefunde kritisch ein. Dr. Peter Henning Feindt beschreibt die Entwicklung der öffentlichen Diskussion über Umweltprobleme und sieht im heute aktuellen Nachhaltigkeitsdiskurs die Gefahr der Beliebigkeit. Jochen Roose und Prof. Dr. Dieter Rucht befassen sich mit Organisationen aus der Umweltbewegung. Diese konnten zwar die Zahl ihrer formalen Mitglieder in den letzten Jahren deutlich ausbauen, doch die ehrenamtlich Aktiven scheinen eher zurückzugehen. Gesellschaftlich entscheidende Impulse scheinen von diesen Organisationen derzeit nicht auszugehen. Dr. Kristine Kern, Malte Schophaus und Claudia Koll analysieren die Fortschritte der ‚Lokalen Agenda 21' in Deutschland. 1992 wurde auf dem Weltumweltgipfel in Rio de Janeiro zur Einrichtung von Bürgergruppen aufgerufen, die eine ‚Lokale Agenda' zur nachhaltigen Entwicklung ihrer Region erarbeiten. Zehn Jahre später betrachtet die Autorengruppe, in welchen Bundesländern solche Initiativen gegründet wurden und wie Deutschland im internationalen Vergleich dasteht. Christopher Rootes präsentiert aktuelle Daten aus einem Europa-weiten Projekt zu Umweltprotesten. Die deutsche Umweltbewegung gehörte auch in den 1990er Jahren zu den aktivsten in Europa und nur in Deutschland war das Atomthema von einer herausragenden Bedeutung. Dr. Heike Walk schließlich analysiert die Chancen einer globalen Regulierung zum Umweltschutz. Die Konferenz von Rio de Janeiro hatte vor zehn Jahren Hoffnungen geweckt. Doch der Ausstieg der USA aus dem Klimaprotokoll, einem der zentralen Maßnahmen, die damals beschlossen wurde, ist Ernüchterung eingekehrt. Die Nachfolgekonferenz in Johannisburg 1999 machte dies noch einmal deutlich. Dr. Heike Walk zeigt sich in ihrer Einschätzung sehr skeptisch, ob durch globale Diskurszusammenhänge tatsächlich die Macht einzelner Schlüsselstaaten eingeschränkt werden kann. Das Heft bietet einen umfassenden Einblick in die Entwicklungen und aktuelle Situation der Akteure und Diskurse im Umweltbereich. Die Analysen stammen von ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die aktuelle Forschungsergebnisse präsentieren und in Hinblick auf ihre politische Bedeutung einschätzen. |
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