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Heft 2, 2003 |
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PressemitteilungKonturen der Zivilgesellschaft. Zur Profilierung eines Begriffs Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Heft 2/2003 Mit Konzeptionen der Zivilgesellschaft wird reformpolitisch eine stärkere Beteiligungsorientierung der politischen Institutionen und eine nachhaltige Förderung des bürgerschaftlichen Engagements verbunden. Die Akteure der Zivilgesellschaft adressieren Selbstgestaltungsansprüche und Demokratisierungserwartungen an die politischen Institutionen. Politische Gestaltung soll nicht auf die staatlichen Akteure beschränkt sein. Die Bereitschaft der Bundespolitik, diese Impulse aufzunehmen, scheint jedoch - trotz der Empfehlungen der Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" - bislang nur schwach ausgeprägt. Auch "die" Wirtschaft hält sich mit Blick auf nachhaltige Konzepte von ‚Corporate Citizenship' sehr zurück. Schließlich besteht erheblicher Reformbedarf auch in den Organisationen der Zivilgesellschaft selbst. Die begriffliche Konjunktur von ‚Bürgergesellschaft', ‚Zivilgesellschaft' oder ‚civil society' in wissenschaftlichen wie politischen Debatten hat den Bedarf an konzeptioneller Präzisierung erhöht. Nach wie vor ist der Diskurs durch sehr verschiedene Zugänge, unterschiedliche Konzepte und eine oftmals unscharfe Begrifflichkeit geprägt. Vor dem Hintergrund dieser Bedeutungsvielfalt und der Vielschichtigkeit des Zivilgesellschaftsdiskurses gibt das vorliegende Forschungsjournal erstmals eine aktuelle Systematisierung und Profilierung des Begriffs. Jürgen Kocka untersucht aus einer historischen Perspektive die Wurzeln und die Entwicklungsgeschichte des Konzepts Zivilgesellschaft. Aus demokratietheoretischer Sicht beleuchten Paul Nolte das Verhältnis von Zivilgesellschaft und sozialer Ungleichheit und Detlef Pollack die Rolle des Staates in demokratischen Gesellschaften. In der Analyse von Roland Roth finden insbesondere die ‚dunklen Seiten' der Zivilgesellschaft - Rechtsextremismus, Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt - Beachtung, die in stark normativ und utopisch angelegten Konzeptionen keine Berücksichtigung finden. Zwei empirisch-organisationssoziologisch argumentierende Beiträge untersuchen die zivilgesellschaftliche Infrastruktur und Organisationsentwicklung in Deutschland (Annette Zimmer) und in der internationalen Zivilgesellschaft (Helmut Anheier et al.). Michael Opielka diskutiert in seinem Beitrag die bestehenden Defizite bündnisgrüner Sozialpolitik. Ludwig Pott analysiert als beteiligter Sachverständiger das Innenleben der Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements". Komplettiert wird das Heft durch aktuelle Analysen u.a. zum Stand der Reform des Informationsfreiheitsgesetzes (Ingmar Cario/Thomas Leif), zu Freiwilligenagenturen in Deutschland (Olaf Ebert/Birger Hartnuß), zum Dritten Weltsozialforum (Peter Wahl) und zu den Mobilisierungen der globalisierungskritischen Bewegungen nach Genua (Peter Ulrich). Zusätzlich zum Themenschwerpunkt dieser Ausgabe bilanziert Joachim Raschke die durch die neuen sozialen Bewegungen über drei Jahrzehnte geschaffenen Voraussetzungen für die rot-grüne Koalition und die Reformblockaden, die zu einer schleichenden Zerstörung der Unterstützungsbereitschaft der Regierungskoalition beitragen. Andreas Buro und Dieter Rucht analysieren die Protestmobilisierung gegen den Irakkrieg. |