Heft 4, 2003   

 

Pressemitteilung

Zwischen Meier und Verein. Modernisierungspotentiale im Ehrenamt

Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Heft 1/2004

Die Welt der Vereine kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Nach Schätzungen gibt es etwa 350.000 bis 500.000 eingetragene Vereine und rund 500.000 nicht rechtsfähige Vereine. Die Vereine verzeichnen über 80 Mio. Mitgliedschaften, wobei hier Mehrfachmitgliedschaften mitgezählt sind.

Vereine sind nicht zuletzt deshalb von Bedeutung, weil sie ein zentrales Element für die Infrastruktur des Engagements sind; sie sind nach wie vor die dominierende organisatorische Form des bürgerschaftlichen Engagements, auch wenn sich z.B. mit Selbsthilfegruppen, neuen sozialen Bewegungen, Bürgerinitiativen und neue Formen des weniger formalisierten Engagements etabliert haben.

Das vorliegende Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen leuchtet mit seinem Themenschwerpunkt Modernisierungspotentiale des Ehrenamts aus. Es gibt dabei v.a. einen Einblick in die Welt der Vereine und in ihre Bedeutung für das bürgerschaftliche Engagement

Noch sind die Vereine nicht darauf eingestellt, sich als Sozialisationsagenturen für Bürgerkompetenzen zu begreifen, um so einen Nährboden für die Demokratie zu bilden. Bestärkt wird diese Distanz gegenüber den eigenen demokratischen Möglichkeiten durch die große Zahl und das Anwachsen der Freizeit- und Sportvereine, die primär das Bedürfnis ihrer Mitglieder nach Freizeit, Sport und Erholung bedienen und sich eher von ihrer Umwelt abschotten.

Das Themenheft steht in der "Tradition" der Hefte ‚In Amt und Ehren - Zur Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements' und ‚Konturen der Zivilgesellschaft - Zur Profilierung eines Begriffs' aus den Jahren 2002 und 2003. Hier wurden bereits frühzeitig praktische und theoretische Bestandsaufnahmen geleistet, die ihre konsequente inhaltliche Forstsetzung in ‚Zwischen Verein und Meier' finden.