Heft 1, 2006   

 

Pressemitteilung

Immer in Beewegung - Nie am Ziel. Was bewirken Soziale Bewegungen?

Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Heft 1/2006

Grundlegende gesellschaftliche Veränderungen stehen in engem Zusammenhang mit sozialen Bewegungen. Die WASG im Zusammenschluss mit der PDS sind ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit. Auch am Zusammenbruch der ehemals kommunistischen Staaten waren soziale Bewegungen entscheidend beteiligt. Die Geschichte sozialer Bewegungen ist jedoch nicht automatisch eine Erfolgsgeschichte. Deshalb drängt sich die Frage auf, was die Erfolgsbedingungen und die messbare Kriterien für soziale Bewegungen sind. Dazu müssen Auswirkungen oder Effekte von Bewegungen untersucht werden. Für die Bewegungspraxis geht es zudem um die Frage, welche Strategien einen Erfolg wahrscheinlicher machen können. So versucht das vorliegende Heft des Forschungsjournals, beides zu leisten: Den Stand der Bewegungsforschung zu Auswirkungen und Erfolg von sozialen Bewegungen abzubilden, sowie an praktischen Beispielen zu zeigen, wie soziale Bewegungen Erfolge erzielen können.

Ute Gerhard zeigt, dass trotz Differenzierungen und trotz anhaltender sozialer Ungleichheit in den Geschlechterverhältnissen öffentlich keine politische Diskussion stattfindet. Die Autorin untersucht die Einstellungen junger Frauen zu Politik, sowie deren Lebensentwürfe und stellt fest, dass ein Bewusstseinswandel im Hinblick auf frauenpolitische Diskussionsfelder stattgefunden hat.

Malte Kreuzfeld, Pressesprecher von ATTAC Deutschland, beschreibt den Umgang von attac mit eigenen Erfolgen. Mit der Kommentierung des eigenen Erfolges lassen sich, so der Autor, sowohl bereits Aktive wie auch weitere Menschen mobilisieren. Kreutzfeld weist aber auch auf die Gefahr dieser Strategie hin. Eine Fixierung auf den Erfolg dürfe nicht dazu führen, die eigentlichen Ziele der Bewegung aus dem Blick zu verlieren.